Jakob Levi Moreno (1889-1974), Psychiater, Soziologe und Philosoph gilt als Begründer des Psychodramas und entwickelte in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ein therapeutisches System, das als Triade die Soziometrie, die Gruppenpsychotherapie und das Psychodrama umfasst.

Drama ist das griechische Wort für Handlung und Psyche das griechische Wort für Seele. Demnach ergibt sich die Ableitung, Psychodrama als die Methode des Erkennens „der Wahrheit der Seele durch Handeln“ anzusehen (vgl. von Amlen, Gerstmann, Kramer 2004). Psychodrama ist an Aktion gebunden, weil sich im Handeln das Leben manifestiert und der Mensch einen lebenslangen Prozess des Wachstums und der Entwicklung durchläuft.

Nach Moreno ist jeder Mensch Schöpfer, Gestalter und Autor seiner eigenen Lebensgeschichte. Psychodrama basiert auf eine anthropologischen Sichtweise, nach welcher Spontaneität und Kreativität, die im psychodramatischen Spiel im besonderen Maße zum Ausdruck kommt, für die Gesundheit eines Menschen- ob groß oder klein- von größter Bedeutung sind. Diese beiden Kräfte befähigen einen Menschen sein Leben aktiv zu gestalten und zu bewältigen.

Die Grundidee des Psychodramas ist das Spielen und die Aktivierung dessen- denn im Spiel kommt die Seele zum Vorschein. Kinder nutzen das Spielen um belastende und leidvolle, aber auch lustvolle Situationen in ihrem Leben darzustellen. Sie sind dabei kreativ und spontan. Im Spiel ist alles möglich, neues Verhalten kann entwickelt werden, Ängste können kleiner und Stärken größer werden.